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Organspende rettet Leben

16. Apr. 2010
Auch wenn die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr wieder leicht angestiegen ist - angesichts nach wie vor langer Wartelisten bei Organempfängern kann längst keine Entwarnung gegeben werden. Immer noch stehen zu wenig Spenderorgane zur Verfügung. Gründe, sich gegen eine Organentnahme zu entscheiden, hat nun erstmals der Anfang April veröffentlichte Jahresbericht 2009 der Deutschen Stiftung Organtransplantation aufgelistet.
Organspendeausweis und Herz

Zweifel an der Diagnostik (ist der Patient wirklich hirntot?) oder die Angst vor Missbrauch – Stichwort Organhandel – sind es eher selten, die zur Ablehnung führen. Als häufigster Grund wurde die bekannte ablehnende Haltung des Verstorbenen genannt, gefolgt von der den Angehörigen nicht bekannten Einstellung des Verstorbenen. Ebenfalls eine Rolle spielten Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Familie, die Vorstellung, den Körper des geliebten Menschen nach dessen Tod noch zu „verletzten“, Probleme, den Tod überhaupt zu akzeptieren und religiöse Gründe. In der Folge konnten 2009 bei 1.888 gemeldeten potentiellen Spendern nur 1.217 Organentnahmen tatsächlich realisiert werden. In 565 Fällen lehnten Angehörige eine Organentnahme ab, medizinische Gründe oder der Abbruch einer Organentnahme, beispielsweise aufgrund einer Tumorfeststellung, spielten seltener eine Rolle.

Vorsorge treffen

Zweifellos ist die Entscheidung, die Angehörige im „Ernstfall“ meist innerhalb kürzester Zeit treffen müssen, keine leichte - insbesondere, wenn das Thema Organspende bis dahin nie eines war. Umso wichtiger, sich beizeiten Gedanken darüber zu machen und die Entscheidung im besten Fall schriftlich festzuhalten. Das kann man z.B. in einem Organspendeausweis tun. Dort besteht nämlich nicht nur die Möglichkeit, seine Entscheidung für eine Entnahme zu dokumentieren, es können auch Einschränkungen (welches Organ/Gewebe, welches nicht?) vorgenommen, der Entnahme grundsätzlich widersprochen oder Personen genannt werden, die die Entscheidung im Notfall übernehmen sollen. Organspendeausweise bekommt man in Apotheken, Arztpraxen oder auf der Seite der DSO.

www.dso.de
Die Homepage der Deutschen Stiftung Organtransplantation informiert gut verständlich über alle die Organspende betreffenden Aspekte, hier finden Sie auch den aktuellen Jahresbericht. Unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/90 40 400 kann man sich persönlich beraten lassen. Auf Wunsch steht die DSO den Angehörigen auch nach der Organspende zur Seite.

http://www.dso.de/pdf/organspendeausweis.pdf
Hier kann der offizielle Organspendeausweis heruntergeladen werden.

www.fuers-leben.de
Auf dieser Website kommen Betroffene zu Wort, Organempfänger ebenso wie Familienangehörige (auch von Spendern) und Patienten, die noch auf der Warteliste stehen. Die Videos und Texte vermitteln eindrücklich, wie (lebens-)wichtig Organspende ist.

 

Bild: © Birgit Reitz-Hofmann - Fotolia.com