
Beim Stöbern in einer ganz tollen Buchhandlung stieß ich auf das Buch "Unglücklich Glücklich" von Eric G. Wilson.
Beim Lesen des Klappentextes fing ich an mich für das Buch zu interessieren. Der Autor stellt den Wahn glücklich und ewig lustig zu sein in Frage.
Im Zeitalter der Spaßgesellschaft ein mutiges Buch, welches die Melancholie als kreative und lebenswerte Lebensform ansieht. An Hand von Beispielen melancholischer Berühmtheiten (ich verzichte bewusst auf die Nennung von Namen; selber lesen) zeigt er auf, dass Kunst und Kultur nur durch Melancholie wirklich entstehen kann.
Das Buch ist eine Homage und eine Ermutigung für all diejenigen, welche sich dem Spaßgetue unserer infantilen Gesellschaft entziehen möchten und einfach das sein wollen, was sie sind, nämlich Menschen.
Nicht jeder traurige oder in sich gekehrte Mensch ist krank oder gar behandlungsbedürftig depressiv. Vielleicht ist er einfach kreativ und an der Tiefe des Lebens interessiert und nicht nur an der Oberfläche.
Allen, die mit mir die Melancholie teilen wünsche ich, dass die Melancholie als Bereicherung für das eigene Leben gesehen wird und der Mut sie zu leben bestehen bleibt.
Melancholie
Paula - 19. Januar 2010 - 9:01..., lieber Gonzo, überfällt mich auch gelegentlich. Und wie Du glaube ich, dass wir Menschen ein Recht darauf haben, entgegen aller Zwangsbespaßung auch mal schwermütig zu sein. Man muss nicht alles toll finden. Wichtig ist nur, auch in der Melancholie Maß zu halten - und nicht ganz den Blick für die schönen Dinge zu verlieren. Sonst besteht schon die Gefahr, in einem schwarzen (sehr selbstbezogenen) Loch zu landen. Und da ist es alles andere als spaßig...
lg Paula
AW. Auf und nieder
dirgis - 19. Januar 2010 - 12:54Ich hörte schon des Öfteren die Worte:
"Ich kann mich den ganzen Tag lang ärgern. Aber ich nicht dazu verpflichtet!"
So ist es auch mit Frust und Lust. Es hat ja alles seine Berechtigung.
Auch ich bin ständig bemüht, meine Gefühle möglichst im Gleichgewicht zu halten. Leider saust manchmal eine der Waagschalen abrupt in die Tiefe.
Den Ausgleich zu schaffen, ist oft ein hartes Stück Arbeit.
Weil der Inhalt der tief hängenden Schale "negativ" sich nach und nach verflüchtigt, gewinnt die Schale "positiv" irgendwann wieder ihre leicht erhöhte Position.
Ich wünsche allen ein fast ausgeglichenes Seelenleben.
LG von Siggi